Prof. Dr. Peter Bofinger - Die Biografie
Peter Bofinger zählt zu den bekanntesten Volkswirtschaftlern Deutschlands. Von 2004 bis 2019 war er Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Heute ist er Senior-Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg.
Seine Laufbahn begann bereits 1978 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stab des Sachverständigenrats. 1990 habilitierte er sich im Alter von 36 Jahren an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes. Zwei Jahre später wurde er zum Ordentlichen Professor an die Universität Würzburg berufen, wo er 2003/2004 das Amt des Ersten Vizepräsidenten ausübte. Im März 2004 erfolgte schließlich seine Berufung in den Sachverständigenrat durch den Bundespräsidenten auf Vorschlag der Gewerkschaften.
Peter Bofinger Vortragsthemen
- Die Digitalisierung des Geldwesens: Kryptowährungen – das Geld der Zukunft?
- Die Schuldenbremse: Sicherungsventil oder Innovationsbremse?
- Deflation: Gefahr für unseren Wohlstand?
- Die Rolle des Finanzsystems in ökonomischen Modellen
- Deutschland und die Autoindustrie: Wie ist die zukünftige Entwicklung?
- Schulden ohne Ende: Gefahr für unser Geld?
- China, USA & Europa – Wie kann sich der Handel auf den Wandel einstellen?
Prof. Peter Bofinger gilt als der führende Vertreter der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik in Deutschland. Er ist einer der wenigen deutschen Ökonomen, die sich gegen die Kernforderungen der Agenda 2010 und die Hartz-Reformen aussprechen, in denen er eine weitere Schwächung der Binnennachfrage sieht. Deutschland finanziere seine Sozialsysteme zu wenig über direkte wie indirekte Steuern und stattdessen zu einseitig über die Lohnnebenkosten, womit sich der Produktionsfaktor Arbeit unverhältnismäßig verteuere.
Peter Bofinger schlägt deshalb strukturelle Reformen vor, etwa die Einführung einer negativen Einkommensteuer und die Absenkung der Lohnnebenkosten. Außerdem ist er ein Verfechter der sogenannten Kopfpauschale im Gesundheitssystem.
Peter Bofinger forscht schwerpunktmäßig zur Reform des internationalen Finanzsystems und zur Eurokrise, zu New Economic Thinking und Managed Floatings. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, in der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Verein für Sozialpolitik) sowie Vorstand der Irving Fisher-Gesellschaft für Wirtschafts- und Währungsfragen.